
Gefäßerkrankungen gehören zu den häufigsten internistischen und gefäßchirurgischen Krankheitsbildern, die insbesondere, aber nicht nur im höheren Lebensalter auftreten. Sie betreffen das komplexe Gefäßsystem des Körpers, das aus Arterien, Venen und Kapillaren besteht. Störungen in diesem System können zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen. Sie reichen von müden Beinen über chronische Wunden bis hin zu lebensbedrohlichen Ereignissen wie Schlaganfall oder Aortenruptur. Die Gefäßchirurgie am Klinikum Jung-Stilling in Siegen ist auf die Erkennung und Behandlung von Gefäßerkrankungen spezialisiert. Patientinnen und Patienten bieten sich hier moderne, individuell angepasste Therapieansätze.
Was sind Gefäßerkrankungen?
Unter Gefäßerkrankungen versteht die Medizin strukturelle oder funktionelle Veränderungen an Blutgefäßen. Sie behindern den Blutfluss oder lenken ihn um. Je nachdem, ob Arterien oder Venen betroffen sind, unterscheiden sich Ursache, Verlauf und Therapie deutlich. Arterien leiten sauerstoffreiches Blut vom Herzen in den Körper. Venen transportieren das sauerstoffarme Blut zurück zum Herzen. Gefäßerkrankungen entstehen durch Verengungen, Erweiterungen, Verschlüsse oder entzündliche Prozesse der Gefäße. Auch angeborene Fehlbildungen (Malformationen) können zu Gefäßerkrankungen führen.
Arterielle Gefäßerkrankungen
Die bekannteste arterielle Erkrankung ist die Arteriosklerose („Gefäßverkalkung“). Hierbei lagern sich Fett, Kalk und Bindegewebe in den Arterienwänden ab. In der Folge verengen sich die Gefäße. Die Durchblutung wird beeinträchtigt. Das führt z. B. zu:
- pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit) – auch „Schaufensterkrankheit“ genannt
- Carotisstenose – Verengung der Halsschlagader mit erhöhtem Schlaganfallrisiko
- Aortenaneurysma – krankhafte Erweiterung der Hauptschlagader
- Diabetisches Fußsyndrom – eine Kombination aus Nervenschäden und Durchblutungsstörungen
Venöse Gefäßerkrankungen
Die häufigsten Gefäßerkrankungen an den Venen sind:
- Krampfadern (Varizen) – sackartige Erweiterungen oberflächlicher Venen, oft sichtbar an den Beinen
- Chronisch venöse Insuffizienz (CVI) – mit Symptomen wie Schwellungen, Hautverfärbungen und offenen Beinen
- Tiefe Venenthrombose (TVT) – Bildung eines Blutgerinnsels in einer tiefen Beinvene, potenziell lebensgefährlich durch Lungenembolie
Venenprobleme entstehen oft durch eine Kombination aus Bindegewebsschwäche, Bewegungsmangel, Übergewicht oder durch langes Stehen bzw. Sitzen.
Symptome von Erkrankungen der Gefäße
Gefäßerkrankungen entwickeln sich in vielen Fällen schleichend. Zu den häufigsten Symptomen zählen:
- Kältegefühl in Füßen oder Händen
- Schmerzen beim Gehen (Claudicatio)
- geschwollene Beine oder Knöchel
- Kribbeln, Taubheitsgefühle
- sichtbare Venen oder Besenreiser
- nächtliche Ruheschmerzen oder offene Wunden
- plötzlich auftretende Lähmungen oder Sprachstörungen (Hinweis auf Schlaganfall)
Je früher Symptome erkannt und behandelt werden, desto besser sind die Heilungschancen.
Ursachen von Gefäßerkrankungen
Die Ursachen für Gefäßerkrankungen sind vielfältig. Zu den häufigsten zählen:
- Atherosklerose (Verkalkung der Arterien)
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus
- hohe Cholesterinwerte
- Rauchen und Bewegungsmangel
- Übergewicht und ungesunde Ernährung
- erbliche Veranlagung
Auch hormonelle Einflüsse und bestimmte Medikamente können eine Rolle spielen. Die gute Nachricht: Viele Risikofaktoren lassen sich aktiv beeinflussen.
Behandlung von Gefäßerkrankungen
In der Gefäßchirurgie des Diakonie Klinikums Jung-Stilling in Siegen stehen sowohl konservative Methoden (Kompressionstherapie, Medikamente, Bewegung) als auch moderne endovaskuläre Verfahren (z. B. Kathetereingriffe, Stentimplantationen) und klassische Operationen zur Verfügung. So können verengte Gefäße erweitert, Aneurysmen mit Stentprothesen stabilisiert oder Umgehungsgefäße (Bypässe) chirurgisch angelegt werden – individuell abgestimmt auf den Patienten.
Prävention
Gefäßerkrankungen vorbeugen – das geht! Folgende Lebensstiländerungen helfen, Ihr Gefäßsystem gesund zu halten:
- Verzicht auf Nikotin
- ausgewogene, fettarme Ernährung
- ausreichend Bewegung im Alltag
- regelmäßige Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht
- Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen
Besonders Menschen mit familiärer Vorbelastung oder bestehenden Risikofaktoren sollten regelmäßig eine gefäßmedizinische Abklärung durchführen lassen. Denn Gefäßerkrankungen sind weit verbreitet, aber in vielen Fällen gut behandelbar, vor allem, wenn sie frühzeitig erkannt werden. Die Gefäßchirurgie am Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen bietet Ihnen dafür moderne Diagnostik und Therapie auf einem medizin-technisch hohen Niveau. Weitere Informationen zu einzelnen Krankheitsbildern und Behandlungsoptionen finden Sie auf folgenden Unterseiten.

