Herzschrittmacher / Defibrillator

Herzschrittmacher

Bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen kann die Implantation eines Herzschrittmachers erforderlich sein. Es handelt sich um Störungen des Reizleitungssystem des Herzens, die eine zu niedrige Herzfrequenz (Bradykardie) verursachen (z.B. AV-Block, Sinusbradykardie, langsames Vorhofflimmern). Herzschrittmacher analysieren die Herztätigkeit und geben bei zu langsamer Herztätigkeit oder Aussetzen des Herzschlages einen schwachen elektrischen Impuls ab, um eine optimale Herzfrequenz sicherzustellen.
Es gibt unterschiedliche Arten von Herzschrittmachern, wir entscheiden gemeinsam mit Ihrem Kardiologen welches System das für Sie richtige ist.

Kardioverter/ Defibrillator (ICD)

Zur Verhinderung schneller lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen (Tachykardie) mit andauernden Herzfrequenzen der Herzkammer über 180/min oder Kammerflimmern (Herzfrequenz >320/min) ist die Implantation eines Defibrillators (kurz Defi oder ICD) indiziert. Bei Patienten mit stark reduzierter Herzleistung treten diese Herzrhythmusstörungen signifikant häufiger auf als bei Herzgesunden, weshalb hier die prophylaktische Implantation eines Defibrillators sinnvoll sein kann.

Operation

Das Aggregat wird im Bereich der rechten oder linken Brustwand unterhalb des Schlüsselbeines direkt unter die Haut durch einen wenige Zentimeter messenden Hautschnitt eingesetzt. Das Aggregatgehäuse besteht aus Titan und beherbergt die Elektronik und die Batterie. Ein moderner Herzschrittmacher wiegt zwischen 20 und 30g und ist kleiner als eine Streichholzschachtel. Ein Defibrillator benötigt einen größeren Stromspeicher, weshalb diese Geräte im Vergleich etwa doppelt so groß sind.
Von dem Aggregat gehen 1-3 Elektroden (dünne Drähte) aus. Diese werden über die Schlüsselbeinvene in die obere Hohlvene (Vena cava superior) bis zum Herzen vorgeschoben. Dort werden sie unter Röntgenkontrolle an der richtigen Stelle positioniert und am Herzmuskel fixiert.
Es werden sofort Kontrollmessungen durchgeführt, um Leitfähigkeit und Funktion zu testen ,sowie die richtigen Einstellungen vorzunehmen.

In enger Zusammenarbeit mit den Kardiologen unseres Hauses bieten wir die Implantation und den Wechsel von Herzschrittmachern und Defibrillatoren an.
Es handelt sich um einen Eingriff, der wahlweise in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt wird. Vor Ihrem OP-Termin finden die chirurgische Aufklärung und gegebenenfalls ein Narkosevorgespräch statt.
Nach dem Eingriff werden Sie auf der kardiologischen Station für 1-2 Tage betreut bevor sie nach Hause entlassen werden.

Die Batterie eines Herzschrittmachers oder Defibrillators hält bis zu 15 Jahre, dies ist allerdings davon abhängig wie oft das System aktiv die Herzaktion unterstützen muss. Wenn die Kapazität der Batterie den Austauschzeitpunkt erreicht hat, wird das Aggregat (Batterie und Elektronik) durch einen kleinen chirurgischen Eingriff in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) ausgetauscht.

Nachsorge

Wichtig sind regelmäßige Kontrollen (alle 6-12 Monate) des Gerätes zur Überprüfung der Elektrodenfunktion und Batteriekapazität durch einen erfahrenen Kardiologen. Die Untersuchung und Programmierung des Aggregates erfolgt schmerzfrei über ein spezielles drahtloses Programmiergerät.
Sie erhalten einen Herzschrittmacherausweis, den Sie immer bei sich tragen sollten. Er enthält wichtige Informationen über die Art, Funktion und Programmierung des Gerätes. Elektrische Schaltungen und Magnetfelder können die Funktionsweise der Aggregate im Ausnahmefall beeinflussen. Die Untersuchung mittels Magnetresonanztomographie (MRT) darf bei Patienten mit Herzschrittmacher oder Defibrillator nur durchgeführt werden, wenn sie bereits Träger eines modernen MRT-tauglichen Systems sind. Informationen hierzu hat Ihr betreuender Kardiologe.