Barorezeptorstimulator

Behandlung eines unzureichend einstellbaren Bluthochdruckes (Therapieresistente Hypertonie)

Bluthochdruck ist ein Risikofaktor für viele Krankheiten und hat negative Auswirkungen auf verschiedene Organsysteme. Die Folge sind koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Aortenaneurysma oder -dissektion (Erweiterung oder Einriss), Schlaganfall (Apoplex), Niereninsuffizienz, arterielle Verschlusskrankheit. Man spricht von Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) ab einem systolischen Blutdruck (oberer Wert) ≥140mmHg und einem diastolischen Blutdruck (unterer Wert) ≥90mmHg. Es gibt verschiedene Ursachen für einen erhöhten Bluthochdruck. Bei knapp 90% der Patienten handelt es sich um eine primäre Hypertonie mit unbekannter Ursache, bei allen anderen Fällen handelt es sich um einen hormonelle oder eine durch die Nierenarterien bedingte Ursache.
Ziel ist eine Senkung des Blutdrucks unter 140mmHg. Dies erfolgt durch eine Anpassung des Lebensstils und Medikamente. Reicht die Therapie mit mehr als drei blutdrucksenkenden Medikamenten (Antihypertensiva) in Kombination mit einem Diuretikum (Entwässerungs-medikament) nicht für eine dauerhafte Blutdruckeinstellung aus, so spricht man von einer therapieresistenten arteriellen Hypertonie.
Das zentrale Nervensystem beeinflusst mit mehreren Faktoren die Regulation des Blutdrucks im menschlichen Körper. Es gibt im Bereich der Nierenarterien (A. renalis) und den Halsschlagadern (A. carotis) Nervenendigungen, die Auswirkungen auf den Blutdruck haben. Es gibt zwei relativ neue Ansätze zur Behandlung der refraktären arteriellen Hypertonie, die an diesen Stellen ansetzen: Die renale Sympathikusdenervierung (Durchtrennung der Nerven im Bereich der Nierenarterie) und die Barorezeptorstimulation an der Halsschlagader.
Die Barorezeptorstimulation ist ein modernes Verfahren, welches erst seit wenigen Jahren erfolgreich angewendet wird, auch hier am Diakonieklinikum Jung-Stilling bieten wir dieses Verfahren an. Es handelt sich um einen Stimulator, der wie ein Herzschrittmacher konstruiert ist. Das Gerät wird im Bereich der rechten oder linken Brustwand unterhalb des Schlüsselbeines direkt unter die Haut implantiert. Vom Aggregat wird eine Elektrode unter der Haut zur Halsschlagader der entsprechenden Seite geleitet. Sie wird im Bereich der Halsschlagadergabel (Carotissinus) befestigt. Durch Stimulation der Nervenendigungen im Bereich des Carotissinus wird dem Gehirn ein anhaltend hoher Blutdruck signalisiert. Über das Nervensystem erfolgt dann die Steuerung der körpereigenen Mechanismen um den Blutdruck zu senken. Studien haben bereits eine effektive langfristige Senkung des Blutdrucks durch dieses Verfahren bewiesen.